IgFS – Interessengemeinschaft
Fahrzeugrestauratoren Schweiz
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Und immer wieder Peugeot
Für Samantha Loup aus Le Brassus VD sind klassische Automobile Kunstwerke. Der leidenschaftlichen Mechanikerin und eidgenössisch diplomierten Fahrzeugrestauratorin haben es vor allem Vorkriegswagen angetan.

«Meine Liebe zu alten Autos, ja zu alten Dingen ganz im Allgemeinen, erwachte bereits im frühen Kindesalter. Puppen waren ja ok, aber Spielzeugautos waren unendlich cooler. Mit fünf Jahren erhielt ich von meinem Onkel ein sehr prägendes Geschenk: ein kleines Modell des Mercedes 300SL.
Mit sieben kannte ich alle Strassenverkehrsschilder und Autos, vor allem schöne, alte Autos bestimmten mein Leben mehr und mehr. Der Grossvater meines späteren Freundes hatte einen Peugeot 304, und ich durfte auch an diesem Auto schrauben. Was gibt es schöneres, als alte Mechanik zu betrachten, zu verstehen und sie am Leben zu erhalten.
Die Marke Peugeot begleitet mich eigentlich schon fast mein ganzes Leben. Vor allem der 404 Berline hat es mir angetan. Liebe auf den ersten Blick sozusagen. Sein Heck, mit dem leicht amerikanischen Touch, ist einfach zum Niederknien schön. Auch mein Alltagsauto ist natürlich ein Peugeot, ein hübscher 206RC.
Dass ich eine Automechaniker Lehre absolvieren würde, war schon sehr bald beschlossene Sache und ich hatte das grosse Glück, mich bereits während der Lehrzeit immer wieder mit Oldtimern beschäftigen zu können. Logischerweise kam nach der Lehrzeit nur ein Betrieb in Frage, in dem ich auch möglichst viel und intensiv mit Oldtimern zu tun hatte.
Das ist in meinem jetzigen Job bei Risoud Automobiles in Le Brassus der Fall. Mittlerweile bin ich zwischen 20 und 60 Prozent mit meiner Leidenschaft beschäftigt. Heute arbeitete ich an einem Studebaker und vor ein paar Tagen war es ein Split Window VW Bus.
Mit etwas Glück bin ich auch zu meinem Liebling, dem Peugeot 404 Berline, gekommen. Der ursprüngliche Besitzer, ein in der Schweiz lebender Italiener, reiste eines Tages in seine Heimat zurück und tauchte einfach nicht mehr auf. Was mit ihm geschehen ist, weiss bis heute niemand. Er hatte sein Auto 10 Jahre lang gehabt und vor 11 Jahren entschied der jetzige Besitzer der Liegenschaft, dass das alte Ding möglichst rasch weg muss.
So kam ich zu meinem Traum. Der 404 begleitet mich seither zuverlässig. Das Auto war in Ordnung, aber mit der Zeit musste natürlich schon das eine oder andere gemacht werden. Ich bin vor allem vernarrt in Vorkriegstechnik und da erscheint mein 404 schon fast modern. Sonst ist meine Devise: je älter, desto besser. Vorkriegsautomobile haben für mich ihren besonderen Reiz. Alle sind unterschiedlich und verfolgten ihre eigenen Ideen, aber sie sind grundsätzlich (mit Ausnahmen natürlich) einfach zu verstehen und zu warten.
Es gibt Vorkriegsautos, die sind sogar absolut avant-garde. Ein CitroënTraction Avant mit seinem für die damalige Zeit sensationellen Fahrverhalten ist schliesslich nicht umsonst zum Mythos geworden. Für meine IgFS-Diplomarbeit durfte ich mich ebenfalls mit einem französischen Automobil befassen, einem Renault 4CV von 1958.
Mir gefällt das Angestellten-Dasein. Ich bin eine leidenschaftliche Mechanikerin, aber keine Geschäftsfrau. Ein eigener Betrieb ist deshalb nicht mein Ziel. Mein Traumjob wäre Kuratorin in einem Automobilmuseum, wo ich mich nur noch mit alten, schönen und vielen unterschiedlichen Fahrzeugen beschäftigen kann. Ich strebe immer danach, die Originalität der Fahrzeuge weitmöglichst zu erhalten, ohne ihre Geschichte zu sehr zu tangieren.
Reparieren wo immer möglich, ersetzen nur wenn unumgänglich. Klassische Automobile sind zum Teil wahre Kunstwerke und verdienen es, auch so respektiert und behandelt zu werden. Ich glaube, die IgFS verfolgt dieselben Ideale und Grundsätze und bestätigt mich so in meiner Überzeugung. Der Verband hilft mir dabei auch, mein Netzwerk zu vergrössern und vom Knowhow anderer Mitglieder profitieren zu können.»
